24.07.17 – Antrag gestellt | Vornamens- und Personenstandsänderung

Kategorien Allgemein, Anträge, VoPä
Amtsgericht-Muenchen-Linprunstr

Heute habe ich den Antrag für die Namensänderung an das Amtsgericht München geschickt. Ich hatte sehr viel Mühe mit dem Antrag. Einerseits aus Unlust, wieder Formulare auszufüllen, wieder Ämter anschreiben, bitten und meine wahre Identität erklären, vermischt mit Gesetzestexten, Gutachten, Ausweiskopien, Aufenthaltsbescheinigung, Geburtsurkunde, Antrag mit meinem neuen Namen und die Prozesskostenhilfe mit weiteren zig Belegen.

Ich hoffe die Mühe lohnt sich und das Gericht entscheidet mir die vorgeschlagenen Gutachter zu gewähren und ebenso die Gerichtskostenbeihilfe. Es ist momentan in Deutschland ein wahrer Hürdenlauf um endlich sein zu können wer man ist. Es geht um die Änderung meines Namens von Andreas auf Verena (ohne weitere Vornamen) und das Setzen des Geschlechts auf weiblich. Jetzt habe ich alle einschlägigen Gutachten über den letzten Herbst und Winter gesammelt bin im 5. Monat HRT und muss nochmal durch den ganzen Kram. Ich verstehe ja, dass es ohne Gutachten nicht geht. Aber warum nochmal zwei Gutachter? Vom Gericht selbst ausgewählt? Der ganze Aufwand kostet dann am Ende zwischen 2000 und 3000 Euro. Warum quält man uns so. Als wäre es in dieser Gesellschaft nicht schon schwer genug. Ich sage nur Jobsuche, Einkommen, ein würdiges Leben über der Armutsgrenze. Ist das zuviel verlangt? Wenn ich sehe wie ein paar wenige in diesem Land auf Kosten anderer reich wurden, wie Banken gerettet werden, die selbst verschuldet in die Krise kommen, wie viel Geld in die Industrie in die Wirtschaft gesteckt wird und auf der anderen Seite beutet man eine Minderheit aus und legt ihnen Hindernisse in den Weg. In den Weg zu sich selbst, endlich das sein zu dürfen, was sie immer waren. Die Suche nach dem Ich führt bei uns Trans* zu einer gegengeschlechtlichen Identität, die schon immer da war, die aber gelebt wird nach dem Outing und v.a. in der Transition. Jetzt soll ich nochmal mit zwei fremden Personen reden, die ein saftiges Honorar von bis zu 500 Euro erhalten. Dafür, dass ich ihnen gegen über sitze und wieder die ganze Geschichte von neuem erzähle. Was haben wir verbrochen? Danke Deutschland für deine Geldgier und Unmenschlichkeit gegenüber Transgendern. Da schau ich traurig zurück nach Österreich, wo dieser Hürdenlauf und die hohen Gerichtskosten nicht verlangt werden.

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