Lesen! | Literatur-Ratgeber

Lesestoff = Lebensstoff

Auf diesen Seiten möchte ich einen Einblick in die Welt der Literatur geben, die mich über Jahre hinweg geprägt hat. Im Fokus sollen dabei Bücher zum Thema Trans* stehen. Dennoch werde ich wahrscheinlich auch ein paar Bücher vorstellen, zu denen ich per Zufall gelangt bin, die mein Denken geprägt und mein Leben vertieft haben. 

Von Donald Duck zu Kafka

Vor vielen Jahren nach einem schlechten Schulabschluss und einer als unerträglich erlebten Zeit in einer Druckerei und als Soldatin, fasste ich den Entschluss zu studieren. Dazu musste ich schlau werden. Weil mir immer wieder gesagt wurde, ich sei dumm und faul, begann ich an diesen injizierten Urteilen zu arbeiten. Eine starke innere Stimme half mir dabei. Sie war die der Künstlerin, die ich von Geburt an war. Bevor ich zu studieren beginnen konnte, musste ich zuerst das Abitur machen. Auf dem zweiten Bildungsweg würde dies vier Jahre dauern. Die Entscheidung dazu war nicht einfach. Selbstzweifel waren stark. Ich dachte wirklich ich sei blöd. So wie es mir die anderen immer sagten. Auch spürte ich eine gewisse Ablehnung meiner Entscheidung, deren Grund ich erst mit der Zeit zu verstehen begann: Neid.

Es waren noch 8 Monate Zeit bis die Schule begann. Davor wollte ich noch viel lesen. Alle wichtigen Bücher der Literatur von den Griechen mit Seneca, zu den Jesuiten mit Gracián, hinüber zur französischen und deutschen Klassik und weiter in das verstörende 20. Jahrhundert mit Kafka, Hesse, Cioran, Camus, Böll usw. Nach einer langen Phase in der ich Comics und fast alle Stephen King Romane gelesen hatte, begann sich mein Blick zu erweitern.

Ich las jeden Tag. Drang nach und nach in die Gedankenwelt von fremden Menschen ein, die mir ihren Blick auf das Dasein eröffneten. Wenn die Sonne schien fuhr ich gerne an einsame Plätze in die Wälder. Manchmal ging ich zu Fuß bis in den Abend alleine in Gesellschaft eines Buches über die Forstwege. Der Geruch von Moos und feuchter Rinde begleitete meine Wanderungen. Die Wälder. Sie waren schon immer ein Ort, den ich gerne aufsuchte. In ihnen konnte man sich verlieren. Den ganzen Tag unterwegs sein, über Lichtungen fahren, in den kühlen Schatten eintauchen, an einem stillen Weiher liegen, fernab von Verkehr und Lärm. Tausende von Seiten später hatte ich einen inneren Schatz angesammelt, der mich bis heute begleitet.

Dieser Schatz gipfelt in diesen Novembertagen in den Bildern, die mir Albert Camus mit seinem Buch ‚Der glückliche Tod‘ verschafft hat. Es ist kein spannendes Buch ist, sondern eines, das aus einer durch das algerische Licht verwobene Serie von Bildern besteht, deren stille Kraft mich bei jedem Lesen neu erfasst. Spannende Bücher kann man schlecht mehrmals lesen. Denn man weiß ja wie es ausgeht. Wenn der Mörder gefunden ist, sein Name klar gesagt wurde, legt man das Buch gewöhnlich weg, verschenkt es, oder fasst es nicht mehr an, bis wieder gesiedelt wird.

Albert Camus – Mediterranes Denken und der Wille zum Glück

Für jeden Menschen kann Camus ein Genuß sein. Theoretisch. Ein bisschen Zeit und Geduld sollte man aber mitbringen, um sein Werk kennen zu lernen. Es gab ein Jahr für das ich viel Zeit zur Verfügung hatte. Es war das gleiche Jahr in dem ich um ein Haar die Transition mit bereits 21 Jahren begonnen hätte. 2003. Das Jahr des Hitzesommers. Niemals werde ich ihn vergessen. Statt die Transition körperlich zu beginnen, versuchte ich statt dessen mit Lesen mein geistiges Leben zu bereichern.

Der wichtigste Stern an diesem neuen Himmel, der über mir erschien und ein neues Leben versprach war: Albert Camus. Geboren in Algier

Der Glückliche Tod

 

Der Fremde

 

 

Der Gast (im Band „Kleine Prosa“)

 

 

Hermann Hesse – Das Leben als eine Folge von Stufen begreifen

 

Der Gast

 

Der Steppenwolf

 

Siddhartha

 

Unterm Rad

 

Peter Camenzind

 

 

 

 

Steppenwolf

Siddhartha

Unterm Rad

Peter Camenzind

 

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