Abends im Park

Stadtpark Party Menschen

Vor einigen Tagen ging ich durch den Wald. Sparsam waltete das Licht und drängte die Schatten zurück. Als wäre ich ein Traumbild, fand ich meinen Weg, ging, schlief, wachte. Was ich fühlte war Drang nach Heimkehr. Doch ein Heim, was war es mir nun, nach diesen Jahren. Ich fegte den Staub vom Weg und schritt tief in die Nacht, dachte nicht an Wiederkehr.

Vor einigen Tagen stand ich an einer Wand. Weiß getüncht und bloß, ein Stein. Als das Geflecht mich umflocht, fand ich keine Kraft mehr mich zu erhalten, so drängte es in mir nach Hingabe und Heimat.

Vor einigen Jahren, fand ich meinen Weg. Ein wenig verirrt stand ich vor einer Wand. Ein wenig blind und furchtsam gegen das Helle verbat ich mir den Blick ans Licht. Vor dieser Wand war nun mein Leben zum Stillstand gekommen. So erschien es mir und ich war so ehrlich, so blass und entbehrlich, und ich war so gefährlich, dass ich in mir das Blaue verwarf, Blau wie ein unendlich tiefer blauer, blauer Himmel. Ein Meer aus hoffender Verständnis, brandend an unsere Welt heran, heran, heran.

So unendlich, so lange wie ich schlief.

Vor einigen Stunden lag ich auf dem Boden und erfand meinen Wandel. Ich stieß den Ort meiner Phantasie in einen unendlichen Raum hinaus, zog eine Linie zwischen mir und der Ewigkeit. Es schien mir als würde ich gerade dies begehren. All die unsicheren Worte geschahen und wurden Bezug zu meinen Punkten, deren Orte nicht von mir stammten, die sich an den Wänden nie ausdrücken würden, es wäre besser gewesen ich hätte nie zu schreiben, zu lesen gelernt. Denn mein Denken, oh zerstört und zerhackt mir das KOSTBARE Leben.

Wohl stehe ich nicht mehr, denn es hat geschneit. Ich gehe durch den Wald und unter mir gleiten Sterne heran, wie Flüsse aus roter Angst, erheben sich zu fröstelnden Gebärden stummer Einsamkeit. Was wäre wenn ich geworden bin. So gehe ich auf und ab, immerzu. Tagein, Tagaus. Es bleibt nichts als dieses beständige Gehen, einer Hoffnung, einer Freiheit entgegen, wiewohl meine Stimme versagt. Aber so bin ich und stehe gelehnt, an dieser weißen Wand und starre, immerzu, durchdringe den Stoff, der Materie von all ihrem Sinn enthebt. Um endlich wie Tagore, zu schweben in fernen Räumen, fern jeglicher Gestalt. Aber all diese Worte, kommen mir nicht so nah, wie ein Bild aus meiner Hand. Denn dies kann ich nicht erklären, es schält sich aus dem Fleisch, erhält kostbaren Schmerz, der aus mir heraus entsteht. Kann, kann, kann es nicht, kann es nicht erklären, es gibt kein Wort, das mir diese Feinheit meiner Seelenlage erklärt. Also wie sollte ich euch sonst beweisen was mit mir geschieht? Ihr Wissenden!

Außer durch den Stift, den Strich, den einzigen Schwung einer zärtlichen Geste, die mir den Mond erschafft, den damals ich gesehen, aus einem seltsamen fahrenden Gegenstand heraus, mit Taschen auf dem Rücksitz, mit einem willenlosen Willen, dem sich selbst überlassen, die Nacht unendlich gedehnt erschien.

Und ja ich stand an dieser Mauer, gebückt wie wahr, eine Kreatur, nur mehr, wild und leer, nur ein Ziel in Haut und Haar, das alles verlor, wie Tage am Kalender, wie Schuppen aus den Haarbüscheln. Ich begann meine Finger in sie zu legen, ihren wunden Strich zu fühlen, den Putz zu erteilen, das Gesicht zu entheben, einen Abend zum Himmel verwandeln, zur Fabel, zum Ort des jähen, einfachen Konfrontierens mit ihrer selbst.

Während die schwarze Gestalt mit gefalteten Händen, langsam stieg, empor zu Verlust und Einsamkeit.

Vor einigen Tagen ging ich durch den Park, die Schatten standen still, aber ich ging, folgte meiner Fährte, folgte mir selbst. Doch hätte mich jemand gefragt wohin ich ginge, ich hätte ihm meinen leeren Blick gezeigt und mit meiner Hand seine Wange gestreichelt.

 

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