Transgender Unterricht in Schottland | News

transgender education, scotland worlds first country, blog post from transition page by Verena Vermás
Inclusive Bildung in Schottland von LGBTI-Themen in allen staatlichen Schulen

An Schottlands Schulen wird ab 2019 Unterricht zur Gleichstellung und Rechten von LGBTI-Menschen gehalten

Unter der Kategorie “News” werden ab sofort aktuelle Themen zu politischen und gesellschaftlichen Ereignissen behandelt, die uns als Transgender betreffen. Gestern fand ich im englischen Nachrichtenmagazin “The Guardian” folgenden Artikel, der sich auf die Bildung von LGBTI-Themen im Schulunterricht bezieht. Nach der sachlichen Darstellung des Artikels, gebe ich ein Fazit. Kommentare am Ende des Beitrags sind sehr gern gesehen, um eine Diskussion über eure eigenen Erfahrungen zu starten und anderen zu helfen. Danke! Eure Verena.

Schottland wird durch die Einführung von LGBTI-Unterricht an staatlichen Schulen, zu einem weltweit führenden Land, das die Gleichstellung von Homosexuellen, Transgendern und Intersexuellen fördert.

Laut einem im November 2018 erschienen Artikel im Guardian (zum Artikel) führt Schottland ab 2019 einen neuen für alle Schüler verpflichtenden Lehrplan ein.

Darin sollen Geschichte, Identität, Reformbewegungen, Entwicklung der Rechte und damit verbundene Gleichstellung von LGBTI-Personen behandelt werden.

Dies soll sogar fächerübergreifend geschehen.

Die Petition von TIE (Time for Inclusive Education)

Vorausgegangen war eine 2016 eingereichte Petition von Jordan Daly von TIE, die jedoch vom Parlament abgelehnt wurde. 

Die Begründung war, dass man die Schulen in den einzelnen Gemeinden nicht zwingen könne, LGBTI-Themen offen in Klassenräumen anzusprechen.

Damit ist jetzt Schluss. Das schottische Parlament, dem auch mehrere offen zu Homo- und Bisexualität bekennenden Parlamentarier angehören, gehört zu einem der fortschrittlichsten Länder der Welt in Sachen Gleichberechtigung und das ist erste Land der Welt in dem LGBTI-Themen unterrichtet werden.

Erschreckende Zahlen einer Studie von TIE

TIE hat zuvor eine Studie in Auftrag gegeben, der zufolge in 9 von 10 Fällen Menschen Mobbingerfahrungen machen, die lesbisch, schwul, trans oder intersex sind.

27% dieser Gruppe gibt außerdem an, einen Selbstmordversuch wegen Mobbing hinter sich zu haben. “Das Bildungssystem muss jeden in seinem vollen Potential unterstützen und niemanden ausschließen”, so Daly.

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Selbstmordopfer nach Hate Crimes gegen LGBTI-Menschen (Quelle: elza Fiuza/WikiCommons)

 

“Dieser Beschluss setzt ein starkes Zeichen für junge LGBTI-Personen gerade in global unsicheren Zeiten. Eine Nachricht, dass ihr hier in Schottland willkommen seid.”

Fazit

Als ich mit meiner Transition anfing, hatte ich viele Ängste aufgebaut, die durch Mobbing in meiner Kindheit und Schulzeit bis ins Erwachsenenleben entstanden sind. Mir kam damals in der Zeit des Outings der Gedanke, dass ich niemals etwas über Homosexualität geschweige denn Transgender im Biologie- oder im Geschichtsunterricht gehört hatte. Einfach NULL Inhalte.

Eigentlich ein Thema, das uns ständig umgibt, aber nie thematisiert wird.

Mobbing war mein tägliches Brot entlang meines Schulweges, im Klassenraum, in den Gängen der Schule. Mein offensichtliches Anderssein, war Anlass mir eine Faust in den Bauch zu rammen. Oder Schläge mit dem Handtuch in der Umkleide zu bekommen. Ich könnte diese traurige Liste weiterführen.

Allein, es ist Vergangenheit und gehört zu meinem Lebenslauf. Ich bin nicht unglücklich, dass ich diese Dinge erlebt habe.

Denn dadurch habe ich erlebt zu was Kinder alles imstande sind. Gewalt wird weiter getragen von Oben nach Unten. Kinder, die daheim gechlagen werden, oder ebenso Mobbing erfahren, geben ihren Schmerz weiter an die Schwächeren.

Ich war schwach, körperlich. Geistig hat mich das gestärkt und konnte nach mehreren Entschlüssen mein Leben in die Richtung lenken, die mir am Besten schien, Bildung, Studium, Reisen, Malen und Schreiben. Am Ende zu Verena zurück kehren.

Dennoch finde ich es gut, dass zukünftige Generationen die Chance haben – zumindest jene in Schottland – früh mit dem Thema LGBTI in Kontakt zu kommen.

Warum? Weil sich die Geschlechtsidentität eben sehr früh bildet, noch vor der Schulzeit.

Der Großteil der Transgender mit denen ich in Kontakt getreten bin – über meine Webseite oder im alltäglichen Leben – gibt an, dass das Gefühl sich dem anderen Geschlecht zugehörig zu empfinden, schon im Alter von 4 bis 7 Jahren aufgetreten ist.

Es ist heute immer noch unter vielen Menschen ein Problem über Homosexualität zu sprechen! Obwohl es völlig normal ist und die Natur eine Abweichung von der Norm geschaffen hat, die auch bei vielen Tierarten zu finden ist. Wenn man einmal geoutet ist, dann beginnt man sich zu fragen, warum das vorher nur so schwer war…vielleicht, weil es ein Tabuthema ist. Reden wir darüber, möglichst früh! Danke Schottland.

 

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