Video Update 9. Monat Transition von Mann zu Frau Teil 2

Transition = wahrer Verlust?

transition gang - jeder ist in der transition nicht nur von mann zu frau sondern einfach über die ampel gehen
Geh, aber mit Rosen im Hut – auf dem Weg zu meinem 2. Gutachter gehe ich mit einem Blumenmenschen

So jetzt ist es geschafft. Mit 13 Tagen Verspätung kommen die letzten 10 Minuten meines Update Videos im 9. Monat Hormonersatztherapie. Mein Leben ist durchsetzt mit der Jagd nach Gutachten (das Foto habe ich letzten Mittwoch gemacht auf dem Weg zum 2. Gutachten in München), mit Reisen, mit Briefe schreiben, aber ich bin im 9. Monat so stark bei mir angekommen wie noch nie. Ich wage es sogar Miniröcke zu tragen. Die Hormone verändern jetzt auch meine Gesichtsformen. Das merke ich morgens beim Blick in den Spiegel. Die Person und all die Änderungen an ihr sind mir aber nicht fremd. Ich musste mich nicht an Verena gewöhnen, denn das bin ich selbst. Das was ich vorher war, musste ich einüben. Über viele Jahre hat sie an der männlichen Maske gearbeitet bis zum Schluss noch versucht die Risse zu übersehen. Willentlich! Sie hat ihn einfach untergehen lassen.

In 3 Monaten geht das erste Jahr in meinem Leben zu Ende. Ich bin so glücklich wie niemals zuvor in meinem Leben. Der Kontakt zu meiner Familie ist zwar auf Null geschrumpft – mein Vater schämt sich vor anderen wegen mir, meine Mutter findet keinen Zugang und der Rest? Keiner meiner biologisch mit mir verwandten Menschen hat es geschafft über seinen Schatten zu springen. Sie haben mich im Stich gelassen. Und das eigentlich schon sehr früh. Große Änderungen im Leben wie das in einer Transition der Fall ist, öffnen die Wunden in den Beziehungen, die vorher mühsam zusammengehalten wurden. Beziehungen, die ich nur unter Druck und Selbstaufgabe, durch stetes Vergessen aufrecht erhalten konnte.

Selbstmord oder Transition = keine Entscheidung

Aber was bedeutet es, wenn man die Transition macht und plötzlich all das kommt wie man es immer schon genau so kommen sah? Vor einem Jahr saß ich in einem Auto und fuhr vor mir davon, fuhr in der tiefsten Erschöpfung und Verzweiflung, die ich so stark noch nie in meinem Leben gespürt hatte, fuhr ich an die Südküste Europas. Dort im Auto sagte ich mir, dass das was ich jetzt tun werde – ich konnte nicht anders, entweder Selbstmord oder Transition – wird mein Leben und das der anderen verändern. Mir ist bewusst, dass ich wirklich keine Entscheidungskraft hatte. Es gab kein entweder oder wieder, kein ja oder nein, es gab nur noch MICH, unvorstellbar, ja versteht ja keiner, nur ich.

Denn ich wollte Leben, und Leben ging nur mit der Transition. Damals habe ich versucht mir die Konsequenzen klar zu machen. Die Risiken des Verlusts von Freunden und Familie waren dabei der erste Punkt auf meiner Liste. Wen´s interessiert: eher am Ende meiner Liste war der Verlust des Herumlungerns in den Bars in Spanien. Das war aber dann zu verkraften. Heute sehe ich, dass tatsächlich alles genauso gekommen ist wie ich es vorhergesehen habe. Bis auf ein zwei Ausnahmen ist das Gefühlte zur Wahrheit geworden.

Genug, hier das Video. Ich freue mich schon auf das Update zum 10. Hormongeburtstag. Neue Stadt, neue Menschen, neues Leben. Danke für´s Ansehen! Wer mag findet hier den ersten Teil und hier weitere Videos.

 

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