Top 5 TransitionSongs, Bands, Lyrics, Erinnerungen | TransHelper

Top 5TransitionSongs

 Bands & Lyrics mit Trans*Bezug

TransitionSongs haben teilweise einen Bezug zu Trans* und Genderbending, das eine Lied mehr als das andere. Manche haben einen direkten Bezug. Meine Auswahl trifft auf Bands, die gerade für mich in meiner Zeit von der Kindheit bis zum heutigen Erwachsenenleben wichtige Impulse gesetzt haben. Nicht nur für mich. In einem Video kommen Drag Queens vor, im anderen ein aus der androgynen Grunge-Zeit stammenden Gitarristen (vgl. auch Cobain, der häufig in Kleidern auf die Bühne gegangen ist), das andere mit einer stillen textlichen Note etc.

Diese von mir ausgewählten fünf Bands und einige ihrer TransitioningSongs helfen das eigene „scheinbar“ von Anfang an verpfuschte Leben besser zu ertragen. Es schafft mentalen Spielraum und gibt mentale Kraft für den weiteren Weg.

Ich war immer sehr empfänglich für androgyne Musik, androgyne Bands, die die Genderborders durchbrechen und über die Kunst ihre von vielen Menschen als „abartig“ klassifizierten Gefühle auszudrücken.

Als Trans* Person kommt man auf die Welt und wird wider seiner gefühlten Geschlechtsidentität in eine Box gesteckt. In der Box zu leben, die man schnell immer mehr zu hassen beginnt, während man hinüber sieht zur anderen Box, zur pinken Box schielt, erzeugt anfänglich Hass gegen die Autoritäten, dann gegen dich selbst. Denn du liebst ja eigentlich die Autoritäten, also deine Eltern. Der Unmut gegen sie – weil sie dich einfach nicht so sein lassen wie du bist – wird später zum Hass gegen dich selbst. Diese von Anfang an sehr belastende Situation, für die man nicht das geringste kann, ist besonders während der Kindheit eine unglaubliche Bürde und Herausforderung.

Wenn man noch keine Werkzeuge hat mit Depressionen umzugehen, wenn man keine Worte hat, Gefühle zu benennen und zu beschreiben, wenn man sein Leben plötzlich hasst und du bist ein Kind, entwickeln sich vielleicht starke Phantasien dieser Welt zu entfliehen in eine, in der du „richtig“ geboren bist.

Zum Glück durfte ich damals relativ frei dem Angebot des Fernsehens huldigen. In Filmen, Talkshows, Musikvideos auf MTV und in Reportagen, sogar in Kindersendungen, wurde das Thema, das für mich noch keinen Namen hatte immer wieder angesprochen und verarbeitet. Ich liebte den Film „Switch – Die Frau im Manne“. Darin wird ein Kerl, der sich der Polygamie verschrieben hatte und immer wieder seine Freundinnen betrog, von diesen ermordet. Doch sein Leben geht weiter. Der Macho wacht wieder auf und zwar in der Gestalt einer wunderschönen Frau. Diese Szenen gaben mir immer so ein Ziehen in der Magengegend. Und ich war stets bemüht mir nichts anmerken zu lassen, damit meine Eltern keinen Verdacht schöpfen konnten.

In einer Kindersendung irgendwann Ende der 80er als ich vielleicht 7 Jahre alt war, flimmerte vor meinen Kinderaugen zum ersten Mal eine Geschichte, die mich im Herzen traf. Darin spielen zwei Kinder – ein Mädel und ein Bub – im Schlamm, im nassen Dreck. Ihre beiden Eltern, eine Frau und ein Herr, verlieren dann den Überblick. Da ihr Kind so voll Schlamm ist, erkennen sie nicht mehr welches Kind zu ihnen gehört. Eigentlich war das Mädel der Mutter ihr Kind, der Vater hatte den Buben auf den Spielplatz gebracht. Da beide so in Eile waren, weil es einen Notfall gab (ich glaube es war ein wichtiger Termin) schnappten sie sich einfach jeweils eins von den Kindern und verließen den Spielplatz.

Daheim angekommen wusch die Mutter ihr angebliches Kind und woanders der Vater sein Kind. Da sah die Mutter, dass sie versehentlich das Kind von dem fremden Herren mit nach Hause genommen hatte. Aus Gründen an die ich mich nicht mehr erinnere drängt es die Mutter mit ihrem Kind zu einer Veranstaltung zu gehen. Sie sieht dann keine andere Möglichkeit – und jetzt kommts – den Buben als Mädchen zu verkleiden. Als ich das so unvorbereitet zum ersten Mal sah – das war das erste Mal überhaupt als ich eine von mir gewünschte Situation im Fernsehen sah – zog es mir alles zusammen vor Spannung und Freude, dass mir auch so etwas passieren könnte. Von da an träumte ich von einer ähnlichen Situation, nur ich war der Bub, der dann in ein Kleidchen gesteckt wurde, einen Sommerhut mit Schleife aufbekam und hübsche Lackschuhe tragen durfte.

Im Film wehrte sich der Bub. Irgendwo verständlich. Vielleicht hätte ich auch vorgegeben, dass ich das nicht wollte innerlich aber danach gedürstet dieses Kleidchen tragen zu dürfen. Das waren die Anfangsjahre meiner Transidentität und der Bezug im Fernsehen. Später fand ich mich in der Musik wieder. Und eine Liste der für mich wichtigsten androgynen Bands stelle ich im Folgenden kurz vor.

Transitionsong No. 1

Born A Girl – Manic Street Preachers

Gitarre, Gesang: James Dean Bradfield
Bass: Nicky Wire
Schlagzeug Sean Moore

http://oneweekoneband.tumblr.com/post/66185992048/this-mess-of-a-man-the-manics-and-masculinity
Nicky Wire

Als MTV noch ein Musiksender war und ich noch einen Fernseher hatte, waren die Manic Street Preachers häufig mit einigen Songs ihres Albums „This is my truth tell me yours“ in den Videoclips zu sehen. Das war gegen Ende des 20. Jahrhunderts. Das Album erschien 1998 im August und war das 5. Studioalbum. Das Album erscheint eher ruhiger und ist sehr persönlich. Wie so häufig schwingt auch Sozialkritik in den Songs wie „Tsunami“ und „If you tolerate this your children will be next“ mit.

Er und Nicky bildeten den Konter-Part der Band, während die beiden die Texte schrieben kümmerten sich James und Sean um das Schreiben der Musik. Mehr zur Band, zu ihrer Haltung und besonders zu „Born A Girl“ unter diesem Link!

Von Nicky ist bekannt, dass er noch vor dem großen Durchbruch der Band in den frühen 90ern Kleider trug und abends in die heimischen Kneipen ging. Zu dieser Zeit…sehr mutig von ihm.

Die Band ist bekannt für ihren „Anti-Macho-Rock“ und das Überschreiten von Genderrollen. Besonders der frühere Gitarrist Richey James Edwards, der 1995 spurlos verschwunden ist. Er zeigte selbstverletzendes Verhalten (einmal schnitt er sich in einem Interview mit einem Rasiermesser in den Arm) und hatte mit Bulimie und Depressionen zu kämpfen.

Für James war es sicher etwas seltsam das Lied von Nicky zu singen. Das Stück gehört mit zum einfühlsamsten und besten was je zum Thema Genderdysphorie geschrieben wurde. Es ist bereits ein Klassiker. Es drückt genau die Gefühle aus denen ich unterworfen war und die mein Leben erschwerten. Durch die Musik, die Stimme von James v.a. gegen Ende, wo er zu einem Falsetto anstimmt verleiht dem Gefühl von Leid und Trauer einen Hauch Schönheit.

Melancholie eben. Das Glück in der Traurigkeit glücklich zu sein. Durch das Außenseiterdasein entsteht auch die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben, das weniger abhängig ist von Meinungen. Ich grenze mich stark ab von den Normalen. Ich bin etwas besonderes und in einer besonderen Gesellschaft. I am happy to be Transsexual. Jetzt nach der Entscheidung!

 

Born A Girl

Do I look good for you tonight
Will you accuse me as I hide
Behind these layers of disguise
In the mirrors of my own happiness

I’ve loved the freedom of being inside
Need a new start and a different time
Something grows in the space
Between me and it’s twisting
And changing this fragile body

And I wish I had been born a girl
Instead of what I am
Yes I wish I had been born a girl
And not this mess of a man

The censorship of my skin
Is screaming inside
And from within
There’s no room in this world for a girl like me
No place around there where I fit in

And I wish I had been born a girl
Instead of what I am
Yes I wish I had been born a girl
And not this mess of a man

Transitionsong No. 2

Today – Smashing Pumpkins

Gitarre, Gesang: Billy Corgan
Gitarre, Gesang: James Iha
Bass: D´Arcy Wretzky
Schlagzeug: Jimmy Chamberlin

Die Smashing Pumpkins war und ist eine der wichtigsten Bands der 90er. Sie gaben mir die Projektionsfläche für meine ab dem 15. Lebensjahr einsetzende Melancholie, die bis zu meinem 24. Lebensjahr sehr stark war und mich teilweise in suizidale Gedanken gestürzt hat. Obwohl Billy Corgan, der Sänger und Frontmann der Band, mit Trans* überhaupt nichts zu tun hat, zeigt er in vielen Videos, in seiner gesamten Musik, in seinem Äußeren und seiner gefühlvollen Art zu sprechen eine androgyn wirkende Erscheinung. Im Video „Today“, der wohl bekanntesten Auskopplung des Albums „Siamese Dream“ fährt Billy – damals im realen Leben in einer schweren Depression gefangen mit suizidalen Gedanken – einen Eiswagen und bringt den Kindern ihr Eis. Irgendwann verliert er die Geduld mit den Kids und er nimmt Reißaus. In einer wüstenähnlichen Gegend fährt er wild mit seinem kastenähnlichen Wagen herum. Nach und nach gabelt er auf seinem Weg die anderen Bandmitglieder auf. Zunächst James Iha (Gitarrist und Sänger). Billy hält bei ihm, da er den Daumen herausstreckt. James hatte während der meisten Zeit bei den Smashing Pumpkins stets lange Haare und androgyne Gesichtszüge. Immer stellte ich mir vor, dass weiblich erscheinende Männer ähnliches wie ich fühlten. So erzeugte ich mir Leidensgenossen und die Transsexualität wurde etwas erträglicher durch die Projektionsflächen. James stand jedenfalls dort in der Wüste mit einer pinken Strumpfhose und einem blauen Kleid mit Blumen aufgedruckt. Bumm da war es wieder. Als ich das Video zum ersten Mal sah stoppten alle gegenwärtigen Gedanken und schlüpften sofort wieder in die ersehnte Rolle eines Mädchens.

1999 fuhr ich zu Besuch zu meiner Mutter nach Arizona. Ich hörte die Songs von den Manic Street Preachers, Smashing Pumpkins etc. über meine Stereoanlage und blätterte oft in den Booklets der CDs. Das Album „Siamese Dreams“ besaß ich noch nicht, wohl aber das schöne dunkler, sehr melancholische Album „Adore“ und das Doppelalbum „Melonchollie and the infinite Sadness“. Dort in der Wüste Arizonas gab es eine Stadt Phoenix. Ein riesiges Monstrum. Einmal fuhren wir zu einem der Malls. In einem Virgin Music Store kaufte ich mir schließlich „Siamese Dreams“ und „If you tolerate this your children will be next“. Beide CDs hörte ich fast permanent an, während wir an einem Wochenende quer durch die ganze USA fuhren bis nach Idaho. Diese Erlebnisse sind stark mit der Musik verbunden. Immer wenn ich ein hübsches Mädchen sah, dachte ich mir „scheiße, warum ich nicht“. Damals war ich in einer schwierigen Phase. Es war meine androgyne Phase, ich versuchte mit halblangen Haaren Klamotten, die sowohl Mädchen wie Jungen tragen konnten, den Schmerz zu lindern.

Today

Today is the greatest
Day I’ve ever known
Can’t live for tomorrow
Tomorrow’s much too long

I’ll burn my eyes out
Before I get out

I wanted more
Than life could ever grant me
Bored by the chore
Of saving face

Today is the greatest
Day I’ve ever known
Can’t wait for tomorrow
I might not have that long

I’ll tear my heart out
Before I get out

Pink ribbon scars
That never forget
I tried so hard
To cleanse these regrets

My angel wings
Were bruised and restrained
My belly stings

Today is
Today is
Today is
The greatest day

I wanna turn you on
I wanna turn you on
I wanna turn you on
I wanna turn you

Today is the greatest
Today is the greatest day
Today is the greatest day
That I have ever really known

Transitionsong No. 3

Easy- Faith No More

Der Song „Easy“ kam Ende 1992 heraus mit einem Video, was mich faszinierte.  Einerseits gefiel mir der Swing des Liedes, das ein Cover des Songs der „Commodres“ von 1977 ist, andererseits – und keinesfalls zufällig – hat für mich als damaliges 10 jähriges Kind das Video eine große Anziehungskraft ausgeübt. Im Video sieht man die Band an zwei Orten. Einmal werden Bühnenausschnitte eines Konzerts gezeigt mit jubelnden Fans und die Band selbst in ekstatischen Momenten, die durch die Zeitlupe noch intensiviert wird. Und auf der anderen Seite, eine Wohnung vielleicht in einem Hotel. Bei den Aufnahmen in der Wohnung sieht man die Bandmitglieder mit Transvestiten zusammen. Und die spielen wie ich finde ihre Rolle exzellent. Man sieht ihnen an, dass unter den Perücken, Röcken und Strumpfhosen Männer stecken. Während die Bandmitglieder meist gelangweilt (besonders der Leadsinger) dreinschauen, lockern die Damen die Atmosphäre durch die Travestie auf und geben sich betont weiblich.

Als ich das als Kind gesehen habe, wusste ich es gibt noch andere Menschen, Männer, die sich als Frau verkleiden. Warum auch immer es übte auf mich eine starke Anziehungskraft aus. Denn seit ich denken kann fühlte ich mich als Mädchen und als ich eines Tages feststellte, dass ich das Gegenteil davon bin, brach für mich eine Welt zusammen. Mit der Zeit verdrängte ich dieses „doofe“ Gefühl und verlagerte meine Träume und Gedanken an das Leben, was mir nicht gegeben worden war an Orte, wo mich keiner sah.

Aber es beruhigte mich, dass es auch noch andere Menschen gab, die ein ähnliches Gefühl hatten und es auslebten. Durch das Video „Easy“ bekamen meine bis dahin fast unerträglichen Gedanken zumindest einen festen Realitätsbezug. Ich dachte mir „aha, da gibt es also noch andere, ich bin nicht allein“. Von da an träumte ich von der Möglichkeit mich als Mädchen zu verkleiden und so unter die Menschen zu gehen und vielleicht für immer. Meine Phantasien wurden immer heftiger. Über den Fernseher drangen Bilder an mich, die mir zeigten, dass es sogar möglich ist, das Ding zwischen meinen Beinen zu entfernen. Und dass ich vielleicht sogar ganz das werden kann was ich bin.

Also träumte ich häufig von mir das Leben was mir verwehrt war. In diesen Szenen verlief alles wie in einem schönen Zerrspiegel. Ich durchlief die Pubertät als Junge und in meinen Gedanken als Mädchen. Ich träumte oft. Es war für mich eine Flucht zu etwas Gutem. So bastelte ich mir Szenen, die an Genauigkeit zunahmen. Beispielsweise stellte ich mir einen kompletten Tag zusammen. In der Früh stand ich auf, ging ins Bad und sah mich im Spiegel, mit schönen langen wallenden Haaren bis über die Schulter. Ich kämmte sie ausgiebig wusch mir mein Gesicht und kleidete mich an. Nach dem Vorbild meiner Freundinnen zog ich ähnliche Kleider und Röcke an. Das tat ich auch in diesen Träumen. Ein tiefer Friede eine Art Befreiung ging von diesen Phantasien aus. Als ich mich angezogen hatte, ging ich dann vor die Haustür und lief zu meinem damaligen besten Freund. Er wohnte nur ein paar Meter weiter von mir entfernt.

Damit das Realitätsgefühl besonders stark werden konnte, stellte ich mir die ganze Gegend so genau wie möglich vor, durch die ich mit meinem Kleidchen und in einer roten Strumpfhose spazierte. Dann stand ich vor seiner Tür und klingelte. Zu dieser Zeit kurz vor Beginn der körperlichen Pubertät, meinte ich immer, dass es jedem Jungen so gehen würde wie mir. Ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, dass man sich wohlfühlen kann, so mit einem behaarten Gesicht, mit schweren Knochen. Das „Männliche“ hat mich zeitlebens abgestoßen. Besonders meine eigene mir aufgezwungene Männlichkeit.

Lieder wie „Easy“ erleichterten meine Geschlechtsdysphorie, denn sie bekam ein Fenster, eine Türe und vielleicht schon einen Ausweg, der irgendwann in der Zukunft für mich offen stand. Dass alles noch etwa 22 Jahre dauern würde, wusste ich damals nicht. Ich verschob die Anpassung auf die Zeit nach der Pubertät, wenn ich per Gesetz als erwachsen gelte. Doch dann kam alles anders…

Easy

Know it sounds funny
But, I just can’t stand the pain
Girl, I’m leaving you tomorrow
Seems to me girl
You know I’ve done all I can
You see I begged, stole, and I borrowed! (yeah)

[Chorus]
Ooh that’s why I’m easy
I’m easy like Sunday morning
That’s why I’m easy
I’m easy like Sunday morning!

I wanna be high, so high
I wanna be free to know
The things I do are right
I wanna be free
Just me! Whoa, oh! Baby!
Ugh!

[Solo]

[Chorus]

Transitionsong No. 4

True Trans Soul Rebel – Against Me! / Laura Jane Grace

Mit ihrer Band „Against Me!“ ist Laura zu großem Erfolg in der Punk-Rock Szene gekommen. Erfolg, eine Ehe, ein Kind, ein Haus. Laura hatte aus „genormter“ Sicht alles was man sich nur wünschen konnte. Doch hatte sie auch das Trans*Gen in sich. Mit 33 Jahren 2012 hat sie sich dann schließlich vor ihrer Ehefrau geoutet. Anschließend bei ihrer Mutter und später bei der Band. Die Ehe ist aufgelöst, die Band gibt es noch und hat einen neuen Bekanntheitsgrad erreicht. 2016 veröffentlichte sie ihr Buch „Tranny“ und da sah ich sie bei Trevor Noah dem Moderator von „The Daily Show“. Ich habe vorher schon von ihr gehört. Eine Freundin erzählte mir von ihr kurz vor dem Ende meines zweiten Studiums kurz vor der Abschlussprüfung. Das war im Herbst 2015. Also schon wieder zwei Jahre her das ganze. Und immer wenn mir jemand etwas von geouteten Transgendern erzählte war ich fasziniert und hörte genau hin. Aber ich ließ mir nichts anmerken. Ich signalisierte große Zustimmung und eine positive Haltung, stets gefolgt von dem Gedanken „Scheiße, Fuck, verdammt schon wieder eine, die sich zeigt und die ganze Geheimnistuerei aufgibt, solltest du auch machen Verena!“. Naja ein Jahr später war auch Verena endlich auf der Bühne.

Laura ist auch bekannt für die großartige Serie „True Trans“. Die 10 thematisch abgeschlossenen Folgen von jeweils etwa 10 Minuten sind Balsam für eine verwundete Trans*Seele. Ich finde es außerdem sehr spannend, dass ganz viel unterschiedliche Leute Gehör finden, Transfrauen ganz am Anfang, solche, die schon Jahre die Transition hinter sich haben und auch Transmänner.

 

True Trans Soul Rebel
All dressed up and nowhere to go,
Walking the streets all alone.
Another night you wish you could forget,
Making yourself up as you go along.Who’s gonna take you home tonight?
Does god bless your transsexual heart, True Trans Soul Rebel?

 

Once you were born, you were already dead,
You sleep with a gun beside you in bed.
You follow through to the obvious end:
See your veins wide open,
You bleed it out.

You should’ve been a mother,
You should’ve been a wife.
You should’ve been gone from here years ago,
You should be living a different life.

Transitionsong No. 5

Monsters – Mina Caputo

Zum Schluss noch Mina Caputo mit ihrem Song Monsters. Ich kann mich sehr gut an das Jahr 2002 erinnern als ich ständig depressiv war, immer auf der Suche nach Erlösung an anderen Orten in der Ferne, weit weg von zu Hause. Der Begriff Monsters passt einfach so gut, um die Trennung von Innerem und Äußeren anzusprechen. 2002 brachte damals noch Keith Caputo ein Soloalbum heraus, das ich intensiv hörte. Aber bald verschwand er in meiner Erinnerung. 13 Jahre später tauchte er wieder auf diesmal aber als sie. Ein guter Freund hat mir damals in Graz erzählt Keith ist jetzt eine Frau. Und wieder die Stimme in mir. Fuck, fuck, fuck, tu es endlich du! Tu es warte nicht mehr. Als ich daheim war habe ich gleich nach aktuellen Infos zu Mina im Netz gesucht. Ich sah ihre Bilder sah ihr Lächeln, verglich sie mit dem Menschen von damals und dachte: „sie sieht glücklich aus, aber ich kanns nicht, ich kanns nicht tun, was denken meine Eltern von mir?“. Vor einem Jahr habe ich diese Stimme eliminiert und mir gesagt, obwohl ich meine Eltern bis heute vermisse, liebe und ihnen auch nicht böse bin, dafür dass sie auch versucht haben mich ständig in die Blaue Box hineinzustecken mit Fußball, Technik und alle dem Männerkram…ich hab sie aus meinem Gewissen gestrichen. Dann sagte ich mir: „du musst glücklich sein, es ist dein Leben“. Und so gehöre ich auch zu den geouteten Transfrauen wie Laura, Mina, Cailyn Jenner, usw.

 

GOT MONSTERS (I NO LONGER EXIST)

I’ve got monsters
How ‚bout you?
I was born a monster
Do you hide your monsters too?Now Everybody else in here
what has become of you?
I’ve got monsters
how about you?

We got monsters
we suffer like the rest
man, I don’t know, and I don’t care
what a lovely home we share
what a tangled web we have weaved…

Now Everybody else in here
what has become of you?
I’ve got monsters
How about you?

Now everybody else in here
what has become of you?
I Tiptoed up to my daughters room
and I saw her monsters, too…
I’ve got monsters
How about you?

Yes I’ve got monsters too…
Yes I’ve got monsters…
too…

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