Auf dem Weg…(Teil I) | 9. Monat HET

…zu mir

Veränderung (Kohle auf Papier)

…wo niemand mehr steht, und der Kampf mit dem Widerstand niemals aufhört. Wo keine Worte mehr Ausdruck finden und alle bekannten Menschen schon weit fort sind.

Sie haben sie in die Welt geworfen. Und darüber fand sie ihre Ruhe. Die Farben von Insekten vermischten sich mit Sommersonnenlicht.
Bis zum Herbst. Im Flug, ein Netz aus Staub und Silber. Einmal sah sie plötzlich am Horizont einen Schimmer. Ihre Hände umklammerten einen Ast. Sie streckte sich und kletterte schließlich höher in die Krone. Etwas hatte sie in der Ferne gesehen. Was war es bloß? Was? Sie wusste nichts, sie dachte nichts, sie suchte nichts. Aber da war doch etwas, wie dieser Schimmer. Über den Häusern über dem Dunst hatte sich was ereignet.
In der Nacht träumte sie wieder, vom Aufwachen. In ihren Vorstellungen von sich bewegte sich wieder diese Ahnung. Egal wie oft sie träumte sie fand keine Antwort, es waren Erlebnisse, in denen sie allein war. Sie kannte die Gegend, die Straße, die Sonne war auch da. Nur lag sie im Bett.

Dyskopie (100x50cm, Öl auf Leinwand)

Die Träume endeten nie. Sie begannen plötzlich, ohne dass sie sie rief. Ihre Gefühle waren so echt hier. Aber niemand hörte sie. Ihre Hände berührten Glas. Die Sonne bedeckte das Land. Zwischen den Feldern verlief ein Weg, folgte einem Tal mit einigen Pappeln und zog den Hügel hinauf. Schließlich verschwand der Weg. Sie sah, dass dort die Luft mit dem Weg eine scharfe Linie bildete. Sie vereinigten sich jedoch nicht, sie waren getrennt. Und die Illusion dieses Bildes hielt ihren Blick gefangen. Wieder dieser unerklärliche Drang nachzusehen was von dort oben alles zu sehen war.

Nachdem Verena jetzt ein Jahr alt ist und die körperliche Verena mit der Hormonthereapie immer schöner wird, will sie jetzt zurück gehen in eine Welt in der sie von sich geträumt hat. In der sie, sie selbst war. Und nur dort, nirgendwo anders. Bald beginnt der 9. Monat seit sie Hormone nimmt. Hunderte Tabletten hat sie genommen, mit Wasser, Kaffee oder Tee in ihren Magen gespült. Ihr Plan, ihre Familie auf diese Reise mitzunehmen ist gescheitert. Dafür kann sie nichts. Sie hat es versucht. Überhaupt hat sie alles versucht. Das hat Zeit gekostet. Aber sie weiß jetzt. Sie glaubt nicht mehr, sie träumt nicht mehr, sie weiß und lebt. Erst jetzt kennt sie den Zauber der Existenz. Jetzt träumt sie manchmal von der Vergangenheit, sie will sich mit ihr treffen, ihr Traumbild wiedersehen. Das kleine Wesen, dort im Versteck im Gebäude aus Glas, wo niemand sie je hören konnte. Sie will zurück zu dem Kind, das sie mal war. Ein neues Leben, ohne Scham und Traurigkeit, ein Atmen voller Einverständnis mit sich und den Stationen, die sie zu der Person gemacht haben, die sie heute ist.

Und der Schimmer, dieser Hauch von Nähe in der Weite eines dunstblauen Tages mitten im April als sie vielleicht 11 Jahre alt war? Wohin ist der verschwunden? Nie fand sie ihn. Von diesem Baum aus hatte sie begonnen neu zu sehen. Von dort fingen ihre Sinne an sich zu verbinden, um „Es“ zu finden. Sie wollte wissen was das war, was sie so magisch anzog, sie wollte es anfassen, spüren, durch den Dunst für egal wie lang einen undeutlichen Weg gehen.

Weiter steige ich hinab in meine Träume und erschaffe mir eine eigene Welt in der ich leben kann, in der ich geliebt werde, in der meine Furcht keine mehr ist. Sie wird noch lange träumen…

 

 

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