Begegnung mit dem anderen Geschlecht | Alltagstest I

Transition Alltagstest I – Es geht los…

Es geht los. Und zwar mit dem männlichen Geschöpf. Nachdem ich als Frau zunehmend in jeden Lebensbereich eindringe und viele Prüfungen bestehe v.a. als Reiseleiterin, gibt mir die Hormontherapie im 5. Monat einen Schub an Weiblichkeit. Der Busen entwickelt sich endlich. Außerdem habe ich die 6. Laserbehandlung hinter mir. Ich werde immer weiblicher. Und das sehen auch die Männer, die plötzlich nach mir den Kopf verdrehen. In Graz geht es im Juli 2017 los…

Konfrontationen mit Männern im Transalltag

So jetzt haben wir es. Ich werde angemacht. Meine Augen sind immer noch die gleichen und ich bin überrascht. Es ist nicht einmal ein Jahr seit meiner Transition vergangen und nicht einmal 6 Monate physikalische Transition, da werde ich schon angemacht. Noch vor vier Monaten wurde ich beäugt wie ein interstellarer Affe, ein Alien, eine Mißgeburt. Und jetzt?

Augartenpark Graz

Es ist Montag oder Dienstag Ende Juli 2017. Ein Deckel bleierner Hitze drückt auf Graz herab. Die Luft flimmert jeder geht langsam vor sich hin. Rasche Reaktionen führen zu Atemnot, v.a. bei mir, wonach ich überhaupt keine Kraft und Kondition mehr habe. Ich beschließe zu meinem lieben Freund zu gehen. Wir unterhalten uns und essen Kebap. Dann will er schlafen, er sagt es sei Zeit zu schlafen. Und ja er hat Recht ein Nachmittagsschlaf verlängert das Leben.

Wieder auf der Straße entschließe ich mich in den Park zu spazieren. Früher wohnte ich in der Gegend und ging dort häufig spazieren. Letztes Jahr im November saß ich mit einem Bier in der Hand auf einer Parkbank und überlegte wie ich es meinem lieben Freund, bei dem ich gerade war, sagen könnte: Hey schau her, ich bin nicht ganz Mann, ich bin trans!

Neun Monate später, spaziere ich im schwarzen knielangen Rock, mit schwarzen Ballerinas und knappen schwarzen Top wieder in den Park. Ich habe eine Zeitung dabei, die ich als Mann auch sehr gerne las, meist auf einer Bank in meiner alten Augsburger Heimat. Das sind immer noch diesselben Gewohnheiten, die gehen nicht weg. Mache das auch als Mädchen.

Ok, aber die Umwelt reagiert völlig anders auf mich. Ich streune herum im Park. Versuche einen geeigneten einsamen Platz zu ergattern. Ich finde ihn in der Nähe der Murpromenade. Die Einsamkeit ist meine Rettung. Der Schweiß läuft in Strömen. Sonnenbrille, Handtasche und Ballerinas liegen neben mir. Dann beginne ich langsam zu lesen.

Nicht allzu lang aber bin ich allein. Ich sehe zwei männliche breite Unterschenkel in einiger Entfernung auf mich zukommen. Sie sind stark gebräunt. Noch denke ich mir nichts…

Teil 2 folgt am 17.08. an meinem monatlichen Geburtstag, der Übergang in den 6. Monat!

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