Venus und Mars | Reflektionen am Beginn

Hallo

Ich bin vom Planeten Venus. Meine Vorfahren stammen gleichzeitig vom Mars und von der Venus ab. Jetzt wohnen wir bei euch auf der Erde, genau dazwischen.

Es gab eine Zeit, da war die Venus ein schöner Ort als ich geboren wurde. Ruhe, ein stahlblauer Himmel, herbstliche Wälder und frisches Quellwasser.

Dann aber mussten wir den Ort bald verlassen, da es zu heiß wurde und sich Schwefel in der Luft ansammelte. Wir reisten zum Mars, weil die Erde noch nicht reif für uns war.

Hier war es kühler. Fast zu kalt um zu leben. Jahrmillionen lebten wir hier im orangeroten Sand. Bis uns die Nahrung ausging und die Sonne zu schwach wurde.

Jetzt leben wir auf der Erde unter euch. Ihr Menschen seid seltsam. Ich bin zwar auch Mensch, doch spüre ich meine Herkunft sehr viel stärker, als ihr. Das Gefühl ist immer da.

Das Gefühl nicht dazu zu gehören. Meine Reise hat mich entfremdet, ich bin nicht eure Verbündete, ich liebe euch und versuche Gutes zu tun. Aber ganz angekommen bin ich nie. Ich vermisse meine Heimat.

Und jetzt sehe ich hinter verglasten Scheiben, Existenzen auf Rollbändern laufen. Der Kapitalismus, ist jetzt in jedem Lebensbereich. Wir kaufen uns selbst, unsere Bedürfnisse befinden sich in Regalen, sie haben Preise und wir lieben Preise.

Wer stellt sich im Frühling unter einen duftenden Apfelbaum? Wer erzählt von den Düften, von der Schönheit der weißen Blüten im letzen Sonnenschimmer hoch oben am Himmel mit den ersten Sternen?

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