Nein zur Transition im Jahr 2003 | Weggabelung 1

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Vorbereitung ist alles, die Verwirklichung ein Teil. 30 Jahre habe ich mich vorbereitet durch:

  • Tagträumen
  • Lesen von Büchern die sich mit Transsexualität beschäftigen
  • Anprobieren von Frauenkleidern
  • Auftragen von Nagellack und Schminke
  • Trauer
  • Krisen und

der Entscheidung, der zweiten Entscheidung für die Frau in mir. 2003 einige Wochen nach der missglückten Zeit beim Militär, die ich aufgrund starker psychischer Belastungen durch Mobbing früher beendet hatte, ging ich ins Ammergebirge. Ich wollte mir selbst ein Zeichen setzen, eine Entscheidung fällen. Ich lackierte mir die Fußnägel blau, schlüpfte in meine Bergstiefel, nahm die Schneeschuhe meines Cousins und fuhr in die Berge. Damals noch mit meinem Golf GT, den ich mir selbst nicht aussuchen durfte, da Angst in meinem Vater residierte, ich würde mir ein zu “weibliches” Auto kaufen, keines das zu seinem harten Sohn passt. Das ist ein anderes Thema. Also bei strahlendem Wintersonnenwetter stieg ich durch verschneite Wälder auf die Schellschlicht. Von hier sah ich zum Säuling und zu Hochplatte, zwei geliebte Berge auf die ich in guten und schweren Zeiten immer wieder hoch gestiegen bin. Von hier hatte ich eine gute Sicht auch Richtung Augsburg, wo ich aufgewachsen bin. Hier im Sonnenschein, im tiefen Februarschnee, der bald weg schmelzen würde, hier wollte ich mich entscheiden, nachdem ich eine Biographie einer Transfrau gelesen habe (Die weiße Feder). Hier sollte ich absteigen in der Gewissheit meine Zukunft in diesem Körper weiter zu führen oder mich für die Angleichung zu entscheiden zum Geschlecht, das bei mir zwischen den Ohren sitzt und nicht wie viele Menschen denken zwischen den Beinen. Ich wusste, dass ich Mädchen bin seit ich denken kann, seit meinem 4./5. Lebensjahr. Allein die Ablehnung meiner Eltern, als ich mich als Mädchen verkleidet zeigte, ließ mich ahnen was bei einem Outing als Trans-Frau auf mich zukommen würde. Also beschloss ich vlt. auch aus Angst vor mir selbst, dass ich eben mit diesem Körper, den ich bei der Geburt geschenkt bekommen habe mein Leben zu Ende leben werde.

14 Jahre später nach einer weiteren schweren Lebenskrise und dem starken Selbstverlust, war mir klar, dass ich keine zwei Leben habe. Nur das eine und dass ich es keinem Recht machen muss außer mir selbst. Also da bin ich Verena. Und sie bleibt für die zweite Lebenshälfte…

 

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